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Für die meisten Anrufer stellen die Insekten keine Gefahr dar, sondern "nur" eine Belästigung. Und damit dürften wir genau genommen gar nicht eingreifen.

Nur in sehr speziellen Fällen (z. B. Allergikern...) ist ein Einschreiten angezeigt. Natürlich muss "Eingreifen" nicht gleichbedeutend mit umbringen sein. Man kann die Tiere auch umsiedeln. Aber auch das bedeutet Stress für die Insekten und geht mit Sicherheit nicht ohne Verluste für sie ab. Dabei stellen die Hautflügler z. B. ein wichtiges Glied in der Nahrungskette dar und vertilgen pro Volk bis zu 500g Fliegen (80%), Mücken, Spinnen und Baumschädlinge (entspricht etwa 3000 Tiere!) pro Tag. Da wir davon ausgehen, dass dieser Umstand vielen Menschen einfach nicht bekannt ist möchten wir Ihnen einige Fakten zu dieser Art Tiere nennen, die Sie vielleicht bewegen werden, von einer Umsiedlung der Tiere abzusehen.
Sowohl für die meisten Wespenarten wie auch für die am meisten gefürchtete, da größte Art, die Hornissen gilt: Die Geschichte von den 3 Stichen, die einen Menschen töten können ist Quatsch. Natürlich gibt es Menschen die allergische Reaktionen nach einem Stich erleiden können. Bei einem durchschnittlich gesunden Menschen ist ein Hornissenstich aber genauso (un-)gefährlich wie ein Wespen- oder Bienenstich Hornissen sind im Gegenteil sogar sehr viel weniger aggressiv als andere Wespenarten. Nur im Umkreis von etwa 4m um ihr Nest schalten sie auf Verteidigung.

Heftige Armbewegungen, Erschütterungen, Verstellen der Einflugschneise oder Behindern der Einflugbahn provoziert die Tiere zum Angriff. Hornissen reagieren auf Licht. Sollte sich eine in Ihre Wohnung verirrt haben, löschen sie das Licht und öffnen Sie das Fenster. In kürzester Zeit herrscht wieder Ruhe.
Wichtig: Ab Ende September / Anfang Oktober ist das Nest ohnehin wieder leer. Nur die Königin überlebt den Winter, alle anderen Mitglieder der "Familie" sterben spätestens durch die ersten Nachtfröste ab. Ein Nest wird niemals ein 2. Mal benutzt, sondern im Gegenteil gemieden. Das Belassen des Nestes an dem Ort ist damit sogar ein zusätzlicher Schutz Hornissenvölker (genauso wie andere Wespenarten) verspeisen pro Tag bis zu 500g andere Insekten (Fliegen, Mücken...) Wespen bestäuben Blüten. Eine einfache Schutzmaßnahme wäre z. B. die Hauptflugrichtung durch eine Sichtblende zu verändern.

Fast alle Wespenarten stehen unter Naturschutz Schlagen oder Wegpusten ist die falsche Taktik gegen Bienen und Wespen. Besser sind einfache Hausmittel, um sich die Plagegeister vom Hals zu halten: »Die Tiere mögen kein Nelkenöl.
In Wespennähe keine hektischen Bewegungen machen. Obst, Kuchen, Säfte und Fleischwaren sollten nicht ohne Abdeckung stehen bleiben. Beim Trinken aus Flaschen, Gläsern und Getränkedosen sich immer vorher vergewissern, dass sich kein Insekt hinein geschmuggelt hat. Kinder sollten einen Strohhalm verwenden. Auch bei Obst, das direkt vom Baum verzehrt wird, muss man aufpassen.
Unter Umständen sitzt noch eine Wespe darin, die beim unbedachten Verzehr in den Mund oder Rachen sticht. Sollte es zu einem Stich gekommen sein, hilft schnelles und gründliches Aussaugen der Einstichstelle und Einreiben mit einer Insektenstichsalbe, ggf. sofort Arzt oder nächstes Krankenhaus aufsuchen.
Bei Stichen in den Mund kann als Soforthilfe ein Eiswürfel (notfalls auch anderes Gefriergut) verwendet werden. Mit einem Honig-Früchte-Gemisch kann man die beiden lästigen Wespenarten (Gemeine und Deutsche Wespe) erfolgreich von Kaffeetischen fernhalten.

Aggressiv reagierten die Tiere auch auf manche Gerüche wie Parfum oder Benzin. Selbst die Geräusche eines Benzinrasenmähers können Wespen nervös machen. Leicht gereizt reagieren die Insekten ebenso bei schwülwarmer Witterung und bei einem Gewitter. Oder wenn Menschen ihre Nester auflösen. Wir hoffen mit diesen Informationen ihr Herz für Tiere soweit geweckt zu haben, dass sie nur mehr in wirklich gravierenden Fällen auf unsere Hilfe zurückgreifen wollen. Dann sind wir aber selbstverständlich für Sie da.

Verhaltensregeln: Hornissennest
* Hornissen und Wespen leben nur eine Saison, sterben dann ab und hinterlassen das leere Nest. Dieses kann, sobald der Flugbetrieb ganz aufgehört hat, ohne Gefahr entfernt werden.
* Die Königin bezieht nie ein altes Nest. Sie baut immer neu.
* Bei Nestern im Haus- und Gartenbereich Erschütterungen vermeiden und die Flugbahn freihalten.
* Nie mit einem Stock im Nest stochern, oder mit Benzin und Feuer versuchen, den Nistplatz abzuflämmen.
* Stiche sind nicht weiter gefährlich, auch nicht für Kinder. Lediglich bei einer Allergie muß sofort ein Arzt aufgesucht werden.
* Fenster von Kinderzimmern können mit Fliegendraht geschützt werden.
* Falls sich eine Königin in den Rolladenkasten verirrt hat, sollte der Rolladen nicht mehr bedient werden, da jedes Mal die Waben zerstört werden. Auch davon lässt sich die Königin nicht von ihrem Nistplatz vertreiben. Die Öffnungen zum Rauminneren sollten abgeklebt werden, damit die Tiere nicht in den Innenraum gelangen.

Tips für Allergiker:
* Vermeiden Sie rasche Bewegungen, wenn eine Biene oder Wespe in Ihrer Nähe ist.
* Gehen Sie nicht in die Nähe von blühenden Blumen oder von überreifem, zu Boden gefallenem Obst. Auch Vorsicht beim Einkochen von Marmelade.
* Seien Sie besonders vorsichtig bei Arbeiten im Garten. Tragen Sie einen Hut, Handschuhe, Bluse oder Hemd mit langen Ärmeln sowie eine lange Hose.
* Meiden Sie Parfums, Haarsprays, Körpersprays, parfümierte Sonnencremes sowie Rasierwasser.
* Meiden Sie weite, fliegende Kleider, schwarze Stoffe und bunte Muster. Besser sind weiße, grüne oder hellbraune Stoffe.
* Beim Essen im Freien keine Süßigkeiten oder Fleisch beziehungsweise Reste offen herumliegen lassen.
* Rauch kann Insekten vertreiben.
* Geben Sie acht, wenn Sie im Freien turnen oder spielen. Schweiß zieht viele stechende Insekten an.
* Gehen Sie nie barfuss. Bienen lieben Klee und viele Wespen leben im Boden.
* Halten Sie Abfallkübel im Haus stets gut verschlossen und sauber.
* Meiden Sie Orte, wo Tiere (Hunde) gefüttert werden. Verstreute Futterreste ziehen Bienen und Wespen an.
* Bewegen Sie keine alten Äste oder Baumstümpfe. Wespen haben darin oft ihre Nester.
* Halten Sie die Fenster im Schlafzimmer tagsüber geschlossen oder montieren Sie ein Insektennetz.
* Tragen Sie beim Motorradfahren Helm und Handschuhe.
* Wenn sich eine Biene oder Wespe auf den Menschen setzt, diese abschütteln oder abstreifen, nicht abschlagen.
* Tragen Sie Ihr Notfall-Set immer bei sich.

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